Das liebe Geld: Wie viel hat Jakob Prandtauer verdient? (Teil 2)

Kloster St. Florian Festsaal
Stift St. Florian, Saal

1702 übernahm Jakob Prandtauer den Neubau der Stiftskirche von Melk. 1708, also sechs Jahre später wurde er mit dem Neubau des Stiftes St. Florian betraut. Anders als in Melk musste er hier in ein bereits laufendes Projekt einsteigen: Der Baumeister Carlo Antonio Carlone war gestorben und Prandtauer sollte den Bau des Klosters fortführen. Auch in St. Florian hat sich der Vertrag erhalten. Das Dokument ist sehr aufschlussreich. Während Prandtauer in Melk zwölfmal pro Jahr die Baustelle aufsuchen sollte, wurde er in St. Florian nur zu vier Baustellenbesuchen pro Jahr verpflichtet.

Das ist nicht erstaunlich, denn der Weg von St. Pölten nach St. Florian war weit. Als Gehalt sah der Vertrag 160 Gulden pro Jahr vor (in Melk bekam Prandtauer jährlich 300 fl.).  

 

Sowohl in Melk als auch in St. Florian bekam Prandtauer sein Gehalt immer persönlich ausbezahlt. In manchen Jahren bezahlten die Stifte den Baumeister in einzelnen Raten, meist aber erhielt er sein Geld, wenn er das letzte Mal im Jahr auf der Baustelle war.


Den ersten Artikel zum Thema "Wie viel hat Jakob Prandtauer verdien?" finden Sie hier.

Kommentar schreiben

Kommentare: 2
  • #1

    Marek Vesely (Mittwoch, 12 Dezember 2012 17:09)

    160 Gulden wären wieviele €, bitte?

  • #2

    jakobprandtauer (Donnerstag, 13 Dezember 2012 16:15)

    Lieber Herr Vesely,

    Gulden in Euro umzurechnen, macht wenig Sinn. Es geht letztendlich immer um die Kaufkraft. Aber vielleicht hilft es Ihnen, wenn Sie wissen, dass ein einfacher Tagwerker (ein Bauarbeiter) 80 Gulden pro Jahr verdient hat.

    Herzlichen Gruß
    Huberta Weigl