Einblicke

Barock pur! Einblick in die Biografie Jakob Prandtauers (Musik: Johann Sebastian Bach. Cembalo: Chiara Massini)

© Stift Melk. Foto: Günter Prinesdom
© Stift Melk. Foto: Günter Prinesdom

In den letzten Wochen habe ich Blut und Wasser geschwitzt: Ich hatte mir nämlich in den Kopf gesetzt, die Biografie Jakob Prandtauers als Audio einzusprechen und dann noch Musik dazuzupacken.

 

Dabei gab es allerhand technische Hürden zu bewältigen, denn weder wollte mein neues Mikro, das Rode NT-USB, sofort so wie ich noch hat sich das Schnittprogramm so verhalten, wie ich mir das vorgestellt habe.

 

Nun ist es aber geschafft! Klicken Sie unten auf den Play-Button und erfahren Sie, wo Prandtauer geboren wurde, wie es ihn von St. Pölten nach Stanz verschlagen hat und vieles mehr! Am Cembalo hören Sie Chiara Massini, zu der Sie weiter unten noch mehr Infos finden.

 

Ach, und an einer Stelle habe ich mich versprochen: Prandtauer ist von Tirol nicht in den Westen, sondern in den Osten gezogen. Sehen Sie mir das Hopala bitte nach.

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Hatte Jakob Prandtauer einen Zwillingsbruder?

Babyfüße mit Blume

 

In diesen Tagen jährt sich der Geburtstag Jakob Prandtauers zum 357. Mal – Anlass, eine rätselhafte Geschichte rund um seine Geburt hier im Blog aufzugreifen. Die Indizien deuten nämlich darauf hin, dass Prandtauer einen Zwillingsbruder hatte, worauf Peter Fidler 1985 erstmals hingewiesen hat (die genaue Literaturangabe finden Sie unten).

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Tod und Trauer waren ständige Begleiter ...

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Im Augenblick sitze ich an der Biografie Jakob Prandtauers: Ich trage Bekanntes sowie Unbekanntes zusammen und überlege, was das für das Gesamtbild des Baumeisters bedeutet. Dabei interessieren mich nicht nur kunsthistorisch relevante Daten und Fakten, sondern auch alle Hinweise, die den Menschen Prandtauer und sein Leben greifbar machen.

Als ich gestern die Geburts- und Sterbedaten seiner engsten Familienmitglieder zusammengestellt hatte, wurde mir klar: Tod und Trauer waren ein ständiger Begleiter im Leben Jakob Prandtauers (1660–1726):

 

Als Prandtauer neun Jahre alt war, starb 1669 sein Vater. Seine Mutter starb 1698. Sieben Jahre später, 1705, starb Prandtauers Sohn Hans Jakob im Alter von nur sechs Jahren. 1720 starb seine Frau Maria Elisabeth Rennberger, mit der er insgesamt 28 Jahre verheiratet gewesen war.

 

Prandtauer erlebte zudem den Tod all seiner Geschwister, von denen zwei, Katharina und Margareth, im selben Jahr, 1719, starben. Insgesamt hatte der Baumeister elf Todesfälle in seinem engsten Familienkreis zu verkraften, bevor er selbst 1726 starb. 

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Buchhaltung zur Zeit Jakob Prandtauers: Einblick in ein Rechnungsbuch aus dem Stiftsarchiv Kremsmünster

Damals in meinem BWL-Studium habe ich mich mit dem Fach Buchhaltung ganz schön geplagt und hätte nie gedacht, dass mich Rechnungsbücher jemals faszinieren könnten. Meine Meinung habe ich aber dann sehr bald geändert, und zwar als ich im Rahmen meines Studiums der Kunstgeschichte zum ersten Mal in ein Archiv gegangen bin.

Wer sich als KunsthistorikerIn auf Spurensuche in ein Archiv begibt, kommt in der Regel gar nicht umhin, Rechnungsbücher einzusehen. In denen wurden nämlich auch die Bauausgaben verzeichnet. Für das Prandtauer-Buch habe ich letztendlich unzählige solcher Rechnungsbücher gewälzt! 

 

Da sich viele von Ihnen möglicherweise nicht vorstellen können, wie so ein Rechnungsbuch aus der Zeit Jakob Prandtauers aussieht und wie es aufgebaut ist, habe ich bei meinem Besuch des Stiftsarchivs Kremsmünster vor ein paar Wochen ein kurzes Video dazu gedreht. In dem Video werfe ich mit Ihnen auch einen Blick auf eine Eintragung, in der Jakob Prandtauer genannt wird (natürlich in Kurrentschrift). Sie werden sehen: Buchhaltung hat damals gar nicht viel anders funktioniert als heute!

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Von Stanz in Tirol nach St. Pölten

 Jakob Prandtauer wurde 1660 in Stanz in Tirol geboren, einem kleinen Dorf ca. achtzig Kilometer westlich von Innsbruck, zweihundert Meter oberhalb von Landeck.

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Warum Prandtauer vom Melker Abt Kakao und Vanille bekam

Stiftskirche Melk
Stiftskirche Melk

Das Benediktinerstift Melk gilt mit Recht als Haupt- und Lebenswerk Jakob Prandtauers. Von 1702 bis zu seinem Tod im Jahr 1726 war er mit der baulichen Erneuerung des Klosters befasst – in Anbetracht der Tatsache, dass Prandtauer 1702 noch am Anfang seiner Karriere stand, könnte man sagen: Melk hat ihn nahezu sein ganzes Baumeisterleben lang beschäftigt.

 

Regelmäßig reiste Prandtauer von St. Pölten zur Baustelle, um das Geschehen zu überwachen, um bei Bedarf neue Entwürfe anzufertigen sowie Kalkulationen zu erstellen und natürlich auch, um mit seinem Auftraggeber Abt Berthold Dietmayr (geb. 1670, amt. 1700–1739) zu sprechen. Der war bei Baubeginn 32 Jahre alt, also noch relativ jung, und zudem ehrgeizig.

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Wie man einen Prandtauer-Bau erkennt und welche Rolle der Zufall manchmal spielt ...

Wenn Sie sich mit einem Reiseführer ausgestattet Kirchen, Klöster und Paläste der Barockzeit anschauen, werden Sie in Ihrem Handbuch nicht nur Hinweise zur Baugeschichte, sondern meist auch den Namen des Architekten lesen. Woher aber weiß man eigentlich, wer die einzelnen Bauten entworfen hat?

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Von Saufereien und blauen Montagen

weintrauben

Nicht immer ging es in der Barockzeit auf den Baustellen so zu, wie sich der Auftraggeber das wünschte: Es wurde gesoffen und Handwerker erschienen nicht zur Arbeit. Einen Einblick in diese Misstände, mit denen sich ein Bauherr herumschlagen musste, geben die Kalendernotizen des Propstes Hieronymus Übelbacher (reg. 1710–1740), unter dem das Stift Dürnstein sein heutiges Aussehen erhielt.

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Die Kalendernotizen des Dürnsteiner Propstes Hieronymus Übelbacher

Stift Dürnstein
Stift Dürnstein

Von 1710 bis 1740 stand Hieronymus Übelbacher dem Augustiner-Chorherrenstift Dürnstein als Propst vor. In dieser Zeit wandelte sich das Aussehen des Klosters grundlegend: Durch einen Umbau wurde aus der Anlage des 14. bis 17. Jahrhunderts ein moderner und durchaus repräsentativer Komplex. Zum Umbau haben sich keine Pläne und nur wenige schriftliche Quellen erhalten. Die wichtigste Quelle stellen die Schreibkalender Propst Hieronymus Übelbachers dar, die nun, dank Helga Penz, in edierter Form vorliegen.

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Der Vertrag zwischen dem Stift Melk und Jakob Prandtauer

Stift Melk Vertrag Prandtauer
Stift Melk, Kammertrakt

Am 6. April 1702 schloss Berthold Dietmayr, der Abt des Stiftes Melk, mit dem ehrenvesten und kunstraichen Herrn Jacob Prandtauer, haußsässig zu St. Pölten, als Baumaistern den Contract für die Abbrechung und Aufbauung der Closter Kirchen" ab. Damit waren die Weichen für den Neubau der Stiftskirche von Melk, ein Hauptwerk des österreichischen Baock, gestellt. Verträge mit Baumeistern aus der Barockzeit sind eine interessante Quelle, haben sich aber nur selten erhalten. Es lohnt daher einen näheren Blick auf den Vertrag zwischen Abt Berthold und Prandtauer zu werfen.

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Das liebe Geld: Wie viel hat Jakob Prandtauer verdient? (Teil 2)

Kloster St. Florian Festsaal
Stift St. Florian, Saal

1702 übernahm Jakob Prandtauer den Neubau der Stiftskirche von Melk. 1708, also sechs Jahre später wurde er mit dem Neubau des Stiftes St. Florian betraut. Anders als in Melk musste er hier in ein bereits laufendes Projekt einsteigen: Der Baumeister Carlo Antonio Carlone war gestorben und Prandtauer sollte den Bau des Klosters fortführen. Auch in St. Florian hat sich der Vertrag erhalten. Das Dokument ist sehr aufschlussreich. Während Prandtauer in Melk zwölfmal pro Jahr die Baustelle aufsuchen sollte, wurde er in St. Florian nur zu vier Baustellenbesuchen pro Jahr verpflichtet.

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Das liebe Geld: Wie viel hat Jakob Prandtauer verdient? (Teil 1)

Stift Melk
Stift Melk

Von 1702 bis zu seinem Tod 1726 war Jakob Prandtauer fix angestellter Baumeister des Stiftes Melk. Pro Jahr erhielt er für seine Arbeit 300 Gulden. Nun fragen Sie sich vielleicht: War das viel oder wenig? Man kann Gulden nicht in Euro umrechnen, aber man kann Vergleiche ziehen. Der Architekt Johann Lucas von Hildebrandt bekam in Göttweig 600 Gulden pro Jahr, also wesentlich mehr. Ein einfacher Handwerker verdiente durchschnittlich 80 Gulden pro Jahr, als wesentlich weniger als Prandtauer.

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Modelle: Im Kleinen ausprobiert

Modell
Bauherr und Baumeister mit einem Modell, Kupferstich, 1718

Modelle sind für Architekten ein wichtiges Hilfsmittel im Planungsprozess. Sie ermöglichen es, den geplanten Bau im Kleinen dreidimensional darzustellen. Anhand des Modells können Architekt und Bauherr ein Projekt genau beurteilen und ihre Entscheidungen treffen. Auch in der Barockzeit gab es Modelle, die sich jedoch nur selten erhalten haben. Meist wissen wir nur aus den schriftlichen Quellen von ihrer Existenz. 

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